AMALGAM - DIE REGELVERSORGUNG IM SEITENZAHNBEREICH

Alte, extrem insuffiziente Amalgamfüllungen. So sollte es eigentlich nicht aussehen. Leider das gewohnte, tägliche Bild für uns.

Top-Versorgung mit "lege artis" gestalteten Amalgamfüllungen. So sollte es eigentlich sein. Eine Augenweide, leider metallfarben!

Amalgam - Dieses Füllungsmaterial ist die "Regelversorgung" im Seitenzahngebiet und die Kosten hierfür werden von den gesetzlichen Krankenkassen (noch!) zur Gänze übernommen. Zum derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Forschung gibt es keinen Beweis für eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch eine Anzahl von Amalgamfüllungen im Mund, dennoch können Gesundheitsschäden nicht ganz ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund sollen, so die Empfehlung der Bundeszahnärztekammer, zum Beispiel während einer bestehenden Schwangerschaft keine alten Amalgamfüllungen entfernt und keine Neuen gelegt werden. 

Zur Zeit finden immer noch umfangreiche Forschungsstudien statt, insbesondere in den USA und in Schweden. In Schweden wird seit dem Jahre 2000 generell kein Amalgam mehr für Zahnfüllungen verwendet. Das schwedische Gesundheitssystem ermöglicht allerdings die konsequente Verwendung alternativer Füllungswerkstoffe. In der Bundesrepublik Deutschland sind wir hiervon noch weit entfernt, da selbst die "billigste" Kunststofffüllung in ihrem Materialpreis zur Zeit deutlich teuer als eine vergleichbare Amalgamfüllung ist. Fest steht, daß das Amalgam ein preiswerter und sehr guter Füllungswerkstoff ist, wenn er vom Zahnarzt optimal (lege artis) verarbeitet wird. Etwaige Unverträglichkeitserscheinungen sind extrem selten und auf besondere Einzelfälle beschränkt! Eine generelle "Angst" vor diesem Füllungsmaterial zu vermitteln und zu forcieren ist völlig unbegründet und findet zur Zeit weltweit wissenschaftlich keine Grundlage.

Auch eine medikamentöse Amalgamausleitung, nachdem sämtliche alten Amalgamfüllungen gegen Alternativen getauscht wurden, können wir Ihnen auf Wunsch gegen private Mehrleistungskosten selbstverständlich anbieten. Diese besondere Art der Behandlung stellt eine reine Privatleistung dar, da diese besondere Therapieform im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zur Zeit nicht enthalten ist. Die Kosten für diese Art der Therapie müssen in jedem Fall individuell berechnet werden.

Leider verunsichern fachlich Unkundige die Patientinnen und Patienten in neuerer Zeit mit geradezu "tödlichem Halbwissen" über diesen Füllungswerkstoff und "verteufeln" geradezu das Amalgam. Dieses Verhalten findet international auf wissenschaftlicher Basis zur Zeit absolut keine Grundlage. Ihr behandelnder Zahnarzt als kompetenter und sachkundiger Spezialist kann Ihnen alles Wissenswerte zu diesem Füllungswerkstoff, sowie dessen Vor-, und Nachteile umfassend erläutern.

 
Das Amalgam bietet vor allem die folgenden Vorteile:

  • am längsten erforschtes plastisches Füllungsmaterial
  • auf Dauer im Seitenzahngebiet kaustabil, da es sich um ein zunächst plastisches Metall handelt welches erhärtet
  • lange Lebensdauer bei optimaler (lege artis) Verarbeitung, Formung und Endpolitur seitens des Zahnarztes
  • schnell zu verarbeiten
  • optimale Verarbeitungsmöglichkeit auch im feuchten Mundmillieu
  • optimale konservierende Versorgung auch von sehr ausgedehnten Zahndefekten
  • preiswert

 
Die folgenden Nachteile sollten aber ebenfalls nicht verschwiegen werden:

  • silberne Farbe wenn die Füllung hochglanzpoliert wurde, sonst ist sie gräulich-schwärzlich, ein Anzeichen dafür, daß sich der Behandler hier eine abschließende Politur gespart hat obwohl die Politur in den Kosten für eine Amalgamfüllung enthalten ist(!)
  • gegebenenfalls metallischer Geschmack im Mund unmittelbar nach dem Legen einer Füllung
  • im Einzelfall eine verstärkte, in aller Regel temporäre thermische Empfindlichkeit des behandelten Zahnes bei sehr tiefen Zahndefekten
  • eventuell elektro-galvanische Phänomene nach dem Legen einer Füllung, insbesondere wenn diese in direktem Kontakt zu edelmetallhaltigem Zahnersatz stehen sollte
  • "Merkuroskopische Expansion" der Füllung bei langer Tragedauer durch chemische Prozesse im Füllungswerkstoff. Die Füllung wird im Laufe der Jahre größer und "wächst" aus dem Zahn heraus. Dadurch kommt es zu Mikrorissen und Frakturen der Füllungsränder. Verstärkt treten diese Phänomene in relativ kurzer Zeit nach einer insuffizienten nicht "lege artis"-Verarbeitung beim Legen einer Amalgamfüllung auf.

 
AMALGAMENTFERNUNG

Kofferdam

Auf persönlichen Wunsch können wir unsere Patienten weitestgehend vor den schädlichen Einwirkungen des Amalgams, bzw. seiner Bestandteile schützen, indem wir den sogenannten "Kofferdam" verwenden. Darunter versteht man ein Gummituch, daß über den neu zu versorgenden Zahn gestülpt wird, um eine alte Füllung problemlos zu entfernen.
Durch die Verwendung der Kofferdam-Technik ist es auch möglich in Notfällen während einer Schwangerschaft gefahrlos eine alte Amalgamfüllung ohne das Risiko einer Kontamination mit Füllungsresten zu entfernen. Die Kosten für eine Amalgamentfernung unter Kofferdam sind mit privaten Mehrleistungskosten verbunden, da diese besondere Art der Behandlung von den gesetzlichen Krankenkassen nicht als eine "Regelversorgung" angesehen wird. Die genauen Kosten müssen individuell berechnet werden. Wir informieren Sie gerne.

 

Wie Sie auf der linken Abbildung sehen ist der Zahn durch das Gummituch völlig isoliert. Die Klammer um den Zahn ist notwendig um das Gummituch am Zahn zu fixieren. Das alte Füllungsmaterial kann so nicht unbeabsichtigt verschluckt werden und kein Speichel kann von unten an den Zahn heranfließen.

 

Die linke Abbildung zeigt die nunmehr völlig entfernte Füllung. Der Zahn kann nun konservierend oder prothetisch, zum Beispiel mit einem Inlay, also einer vom Zahntechniker im zahntechnischen Labor angefertigten Füllung aus Gold, Keramik oder Kunststoff neu versorgt werden.