LASER

Als relativ neues Gebiet hat sich in der Zahnheilkunde der Einsatz der Lasertechnik etabliert. Mit dem Er-YAG-Laser (Erbium-YAG), dem Nd-YAG-Laser (Neodymium-YAG) und dem CO2-Laser stehen drei unterschiedliche Lasersysteme in der Zahnheilkunde zur Verfügung. Jeder Lasertyp ist für ganz gezielte Anwendungen geeignet. In den Medien wird die Lasertherapie oft überbewertet. Manch ein Patient denkt hier gar an das Raumschiff Enterprise oder Star Wars. An Laser-Schwerter oder Handfeuerwaffen, den "Phaser". Das ist natürlich völlige Utopie. Der Laser in der Zahnheilkunde hat mit Science Fiction nichts zu tun und hat, wenn er seriös angewendet wird, nur eine ganz beschränkte Therapiemöglichkeit.

Die Einflüsse der Parameter Energie, Pulsdauer, Pulsfrequenz und Zeit der Einwirkung sowohl auf die Abtragsleistung als auch auf die thermischen Effekte am Zahn wurden bislang wissenschaftlich untersucht. Im Vergleich zum konventionellen "Bohrer" liegt dem Laser aber ein völlig anderes Substanzabtragungsprinzip zugrunde. Inwieweit hierbei Strukturveränderungen an der Zahnoberfläche hervorgerufen werden und inwieweit diese Veränderungen die Haftfestigkeit neuer Füllungsmaterialien verändern, ist Gegenstand mehrerer werkstoffkundlicher Untersuchungen die immer noch nicht gänzlich abgeschlossen sind. Neben der Zahnhartsubstanzbearbeitung werden große Erwartungen an die Lasersysteme in der Endodontie und der Parodontologie gestellt, wobei Keimreduktion und Versiegelung der Oberfläche dominieren. Die ersten Ergebnisse bestätigen diesen vielversprechenden Ansatz, jedoch sind noch mögliche Nebenwirkungen eingehender abzuklären.

Eine echte Alternative als Ersatz zum herkömmlichen "Bohren" wird der Laser in absehbarer Zeit nicht sein! 

Alle Laserbehandlungen werden privat liquidiert, denn sie sind im BEMA, dem "Bundeseinheitlichen Bewertungsmaßstab" der zahnärztlichen Leistungen für gesetzlich Versicherte ("Kassenpatienten") nicht enthalten und werden somit von den gesetzlichen Krankenkassen auch nicht übernommen. Die Kosten für Behandlungen mit Dentallasern müssen individuell für den jeweiligen Einzelfall berechnet werden.

 
Laserbehandlung – Zukunft oder Gegenwart?

Die Lasertherapie war noch vor einigen Jahren ein Schlagwort, von dem kaum jemand wußte, was sich dahinter verbirgt. Inzwischen gehört der Laser zu den aus der Medizin nicht mehr wegzudenkenden Behandlungsgeräten. Er ist inzwischen längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen und ermöglicht heute Behandlungen, von denen man früher nur träumen konnte.

  • schmerzfreie Vorbereitung zur Kauflächenversiegelung

  • Sterilisierung von Läsionen an Zähnen und am Zahnfleisch

  • postoperative Behandlung zur Förderung der Wundheilung
    (auch Implantate)

  • Behandlung von Hämatomen, Dentitio difficilis, Rhagaden

  • schonendes Entfernen von Warzen (Verrucae vulgaris) und Fibromen

  • feinstes Entfernen von Karies ohne gesunde Zahnsubstanz zu schädigen

  • blutfreie Schnittführung bei chirurgischen Eingriffen

  • Verdampfen von Bakterien, die Parodontitis verursachen

... und vieles mehr ist mit dem Laser möglich.

 

Wirkung geeigneter Laserstrahlung auf die Zähne

Im Zahnschmelz:

Eine schmerzfreie Herstellung geeigneter Oberflächen, die einen sehr guten Randschluß von Kunststoff-Füllungen und Keramik-Inlays zulassen. Es ist eine deutliche Verbesserung der Haftung von Kunststoffen an den Füllungs- und Inlayrändern gegenüber der herkömmlichen Behandlungsweise möglich.

  • feinstes Entfernen von größeren kariösen Defekten. Der Laser verdampft gezielt die von Bakterien befallenen Faulstellen im Zahn, weil sie mehr Wasser enthalten als die darunter liegenden gesunden und harten Zahnschichten. Der Laser arbeitet dabei nahezu lautlos.

  • steriler Verschluß eines freiliegenden Nerven. Wenn das Loch im Zahn bis zum Nerv reicht, kann beim Behandeln mit Laser ein wesentlich verbesserter Erfolg eines Nervenverschlusses erreicht werden, weil der Defekt steril ist.

  • Härtung der tiefen Zahnschichten. Es treten wesentlich weniger Überempfindlichkeiten nach dem Einsetzen von Kronen und Füllungen auf.

Wirkung geeigneter Laserstrahlung auf das Zahnfleisch

Bei Parodontitis-Behandlungen:

  • nahezu blutungsfreie Parodontitis-Operation

  • gezieltes Verdampfen der Bakterien, die eine Parodontitis verursachen

  • weniger nachoperative Schmerzen

  • sehr schneller Heilungsprozeß

Bei anderen Operationen:

  • nahezu blutfreier Schnitt

  • steriler Schnitt

  • weniger nachoperative Schmerzen

  • sehr schneller Heilungsprozeß

Bei Zahnfleischwucherungen:

  • schnelle und nahezu blutungsfreie Entfernung

  • Oft ist keine anschließende Naht notwendig

  • nahezu immer Ausheilung ohne Narbenbildung

 
Schematische Beispiele