FUNKTIONSDIAGNOSTIK

Der Gesichtsbogen

Vor jeder großen prothetischen Versorgung steht bei uns auch eine eingehende funktionsdiagnostische Vorbehandlung und Diagnostik. Diese umfaßt alle Aspekte der modernen Zahnheilkunde. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese äußerst sinnvolle Maßnahme nicht. Die Kosten müssen somit individuell berechnet werden. Erst wenn sich keinerlei Entzündungen mehr finden und die chirurgische, parodontologische und konservierende Therapie abgeschlossen ist, beginnen wir mit einer eventuellen prothetischen Restauration. Dabei legen wir sehr großen Wert auf eine funktionsdiagnostische Befundung des Gebißsystems.

In speziellen Fällen ist eventuell eine besondere fachzahnärztliche Diagnostik in einem Universitätsklinikum sinnvoll. Da dort weitere, ganz spezielle diagnostische Methoden zur Verfügung stehen die den Rahmen einer "normalen" Zahnarztpraxis sprengen. Gerade Patienten deren gesamtes Kausystem komplett neu aufgebaut werden muß, überweisen wir grundsätzlich an eine Universitätsklinik zur optimalen Weiterversorgung, da die dort zur Verfügung stehenden diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten extrem umfassend sind und somit das Allerbeste für den jeweiligen speziellen Behandlungsfall getan werden kann.

Der ARTEX®-Gesichtsbogen

Unter den vielen Möglichkeiten der umfangreichen Funktionsdiagnostik die uns heute zur Verfügung stehen, gibt es ein besonders einfaches, preiswertes und dennoch hoch effizientes Verfahren um die Paßgenauigkeit von prothetischen Restaurationen zu erhöhen und funktionelle Komplikationen beim Patienten zu minimieren oder ganz zu vermeiden. Die Verwendung eines "Gesichtsbogens". Zumindest diese Registrierung ist ein Muß. Daran sollten Sie nicht sparen. Ein "Probetragen" des Zahnersatzes wird somit völlig unnötig.

Durch die Verwendung eines Gesichtsbogens wird der Zahntechniker im Labor in die Lage versetzt die Bißsituation mit den Kieferneigungswinkeln wie sie am Patienten vorherrscht exakt in seinem Arbeitsgerät, dem Kausimulator (Artikulator), schädelbezogen zu reproduzieren. Mit dem Gesichtsbogen wird die Lageposition des Oberkiefers in Relation zum Schädel mit Hilfe einer Bißgabel und einem um den Kopf gelegten Bogen bestimmt. Nun kann der Zahntechniker die Position der Kieferstellung exakt simulieren.

Ein in den Kausimulator schädelbezogen einartikuliertes Modell des Oberkiefers.

 

Die Natur ist unser Vorbild 

Wer okklusale Strukturen nachbilden will, braucht Vorbilder.

Der Zahntechniker bildet diese Strukturen zunächst in Wachs auf einem Modell des Kiefers nach. Diese Wachsmodellation wird in weiteren Arbeitsgängen schließlich in Kunststoff, Keramik oder Gold, oder einer Kombination hieraus, nachgebildet. Sie sehen wie exakt ein Zahn nachgebildet werden kann. Je genauer und präziser diese Herstellung erfolgen kann, desto besser paßt eine Rekonstruktion beim Eingliedern. Ein Einschleifen des Ersatzes oder gar Probetragen entfällt.

Durch die präzise Nachbildung anatomischer Strukturen wird das Kausystem gesund erhalten. Der Muskel- und Bänderapparat des Kiefergelenks wird physiologischen Kräften ausgesetzt. Wenn Zähne verloren gegangen sind und nicht ersetzt werden, kommt es zu vehementen Störungen im Kausystem. Die Zähne fangen an zu kippen, sich zu drehen oder elongieren.

Schäden die dann gesetzt wurden, lassen sich unter Umständen später nicht mehr beheben. Darum ist es so wichtig die exakte Position der Ober- und Unterkieferlage vor einer Rekonstruktion zu ermitteln. Wenn dann der prothetische Ersatz mit höchster Präzision unter Einhaltung der anatomischen Gesetzmäßigkeiten hergestellt wird, lassen sich Spätschäden vermeiden. Leider wird nur selten ein so großes Augenmerk auf diesen wichtigen Teilaspekt bei der prothetischen Versorgung gelegt. Viele Patienten lassen ihr bestehendes Lückengebiß entweder aus Bequemlichkeit oder aber auch aus finanziellen Gründen für viele Jahre nicht versorgen. Spätschäden sind dann oft irreparabel, daran sollten Sie denken.

 
Die Therapie funktioneller Störungen durch Aufbißschienen

Viele Patienten leiden unter funktionell bedingten Schmerzen des Kausystems. Die Beschwerdebilder sind sehr vielschichtig und erfordern eine umfassende Diagnostik. Nicht selten klagen die Patienten über Nackenschmerzen, haubenförmigen Kopfschmerz, halbseitigen Kopfschmerz, der viele zunächst an eine Migräne denken läßt, oder Schmerzen in einzelnen Zähnen die durch starkes Reiben oder Pressen hervorgerufen werden.

Neben der genauen Lagebestimmung der Kiefer zueinander müssen Modelle der Kiefer nach Abdrücken angefertigt werden. Sie sehen ein vorbereitetes Modell und eine Knirscherschiene im Rohzustand auf dem Gipsmodell eines Oberkiefers. Deutlich erkennbar sind die Kontaktbereiche in denen der Ober- und Unterkiefer aufeinandertreffen. Bei vielen Patienten finden sich nicht so viele Kontaktpunkte, manche Bereiche werden extrem belastet, andere weniger oder gar nicht. Ziel einer Schienentherapie ist die Wiederherstellung einer harmonischen Okklusion (Schlußbißlage) ohne funktionelle Überlastungen und damit eine Relaxierung (Entspannung) der unphysiologisch belasteten anatomischen Strukturen.

Die eingegliederte Schiene führt zu einer funktionellen Entlastung der unphysiologisch belasteten Bereiche. Die Schmerzen werden deutlich geringer, verschwinden vielfach zur Gänze. In der Detailaufnahme sehen Sie sehr gut die punktförmige Belastung der Zähne und nicht ein flächiges Aufbeißen. Dieser Schienentyp ist nur ein einziger aus einer ganzen Vielfalt von therapeutischen Varianten. So vielfältig die Beschwerdebilder sind, so unterschiedlich viele Schienentypen gibt es.

 
Die Therapie funktioneller Atemstörungen durch Anti-Schnarchschienen

Er "zersägt" mal wieder Wälder - Sie zieht um!

Schnarchen ist oft ein Zeichen! Schnarchen für sich genommen ist zunächst keine Krankheit und bedeutet allenfalls eine Belastung für die Partnerschaft. Schnarchen kann jedoch ein Zeichen für die gestörte Atmung im Schlaf sein! Dann ist das Schnarchen viel ernster zu nehmen. Wenn die Atmung im Schlaf nicht regelmäßig funktioniert, wird die Zufuhr von Sauerstoff vermindert oder unterbrochen. Der Abtransport von Kohlensäure aus den Organen ist gestört. Es findet - meist in kurzen aufeinander folgenden Abständen von wenigen Minuten - ein Vorgang statt, der einer Vorstufe des Erstickens nahe kommt.

Dadurch wird der normale geordneten Ablauf von Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf durcheinander gebracht und der Schläfer wird um den Erholungseffekt der Nacht gebracht. Der Mangel an Sauerstoff bedroht die lebenswichtigen Organe.

Das obstruktive Schlafapnoesyndrom ist die häufigste schlafbezogene Atmungsstörung. Es wird meist bei übergewichtigen Männern im Alter über 40 Jahre angetroffen. Aber auch junge schlanke Frauen können ein Schlafapnoesyndrom haben. Deswegen kommt es auf die hinweisenden Symptome an, wenn zu klären ist, ob eine solche Störung vorliegt. In jedem Fall sollte zunächst ein Facharzt konsultiert werden um die genaue Ursache zu eruieren.

Wenn im Schlaf die Muskeln, die die oberen Atemwege offenhalten, erschlaffen, kann es zu einer Verengung oder sogar zu einem Verschluß der Atemwege kommen. Dann ist der Weg für die Atemluft versperrt. Die Atmung kann dann nicht mehr geordnet stattfinden und eine Störung des Schlafes und Bedrohung des Stoffeswechsels sind unausweichlich. Hier kann der "SILENSOR®" eine wertvolle Hilfe für Patienten sein.

Der "SILENSOR®" auf einem Modell

Der "SILENSOR®", Sie sehen ihn auf der linken  Aufnahme, wird über Ihre Zahnreihen gesetzt und sorgt durch seine besondere Konstruktion dafür, daß der Unterkiefer um einige Millimeter nach vorn verlagert wird. Dafür sorgen die seitlich angebrachten Züge. Die Atemluft kann so wieder ungehindert die vorige Engstelle passieren, sodaß ein ungestörter und erholsamer Schlaf wieder möglich wird.

Der "SILENSOR®", Sie sehen ihn auf der rechten  Aufnahme, besteht aus zwei getrennten filigranen  transparenten Schienen für den Ober-, und Unterkiefer. Die seitlich angebrachten Züge ziehen den Unterkiefer sanft in eine protrusive Stellung. Er beeinträchtigt den Anwender fast kaum. Nach sehr kurzer Eingewöhnungszeit ist er fast nicht mehr zu fühlen.

Der "SILENSOR®" mit seitlichen Haltezügen

Die rechte Zeichnung verdeutlicht Ihnen noch einmal die Wirkungsweise des "SILENSOR®". Durch die Vorverlagerung des Unterkiefers kommt es zu einer Straffung der im Schlaf erschlaffenden Gewebsstrukturen im Rachenraum. Die zurückfallende Zunge wird sanft nach vorne verlagert und die Atemluft kann nun wieder ohne Beeinträchtigung die zuvor bestehende Engstelle passieren. Die Schnarchgeräusche verschwinden oder werden zumindest deutlich vermindert.