IMPLANTATE

Implantate sind heute in vielen Fällen eine elegante und technisch ausgereifte Alternative wenn keine Zähne oder Zahnwurzeln mehr im Kiefer vorhanden sind. Sie ermöglichen eine ästhetische und funktionell hochwertige Versorgung und eignen sich auch zur Stabilisierung von Prothesen im bereits zahnlosen Kiefer. Ob für Sie ein Implantat in Frage kommt, kann nur nach einer eingehenden persönlichen Untersuchung und einem persönlichen intensiven Beratungsgespräch geklärt werden.

 

Implantat - Was ist das?

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln. Ihr Grundgerüst (Schraube, Zylinder oder Gewindestift) wird dauerhaft im Kieferknochen verankert und trägt einen Pfeiler. Dieser dient zur Befestigung des sichtbaren Zahnaufbaus. Heute stehen uns eine Vielzahl von Systemen und Materialien (Titan, Keramik, Bioglas usw.) zur Verfügung, die gut in den Knochen einwachsen und verschiedenen Anforderungen Rechnung tragen können.
Trotz aller Fortschritte auf dem Gebiet der Implantologie liegen bisher nur für wenige Systeme statistisch gesicherte Angaben über Erfolgssicherheiten vor.

Eines der bekanntesten, weltweit angewendeten Implantatsysteme ist das Branemark-System. Seit über 25 Jahren wird es erfolgreich bei der implantologisch-prothetischen Rehabilitation teil- bzw. unbezahnter Patienten eingesetzt.

Ein weiteres System ist das intramobile Zylinderimplantat (IMZ), das seit 1974 klinisch angewendet wird. Die Besonderheit dieses Systems besteht darin, daß zwischen dem Implantat und der prothetischen Suprakonstruktion ein elastisches Ausgleichselement verankert wird. Dieses Ausgleichselement soll die Aufgabe des Zahnhalteapparates übernehmen und durch Stoßdämpfung und Lastverteilung ein Überschreiten der Gewebetoleranz bei Belastung durch angreifende Kräfte vermeiden.

Ein drittes bekanntes System ist das vom "Internationalen Team für Implantologie" (ITI) entwickelte Implantatsystem das aus drei verschiedenen Implantatgrundtypen, dem Hohlzylinder, der Hohlschraube und der Kompaktschraube besteht. Diese Implantatformen, in der Abbildung links unten sehen Sie zwei Schraubenimplantate, werden in bestimmten Ausführungen angeboten und heilen transgingival ein, d.h., daß ein chirurgischer Zweiteingriff zur Freilegung der Implantate nicht notwendig ist.

Die Liste der verschiedenen Implantate ließe sich noch beliebig fortsetzen. Jedes einzelne System hat seine Vor- und Nachteile. Welches System für Sie in Frage kommt, muß ganz individuell entschieden werden.

Welche Voraussetzungen sollten bei einem Implantat gegeben sein?

Während einer eingehenden und umfangreichen Erstuntersuchung werden alle wichtigen Faktoren genau ermittelt und alle Fragen geklärt. Es wird festgestellt ob sich ein Patient überhaupt für eine geplante Implantation eignet, oder ob Kontraindikationen bestehen, die einem erfolgreichen Implantieren entgegenstehen und es somit nicht sinnvoll erscheinen lassen. Genauere Auskünfte hierzu erhalten Sie bei Ihrem Zahnarzt, der Ihnen gerne mit Rat und Hilfe zur Seite stehen wird.

Mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrungen mit Implantaten lassen heute eine sehr gute Verträglichkeit und Belastbarkeit erwarten. Implantate verhelfen zu Ästhetik, Selbstbewußtsein und Lebensqualität. Einen sehr großen Anteil am Erfolg bringt der Patient selber mit ein, indem er eine perfekte Mundhygiene(!) betreibt und sich in der Mundpflege professionell beraten und individuell von Seiten des Zahnarztes unterstützen läßt. Nur so lassen sich Komplikationen vermeiden und ein dauerhafter Erfolg sichern. Vielfach wird den Patienten verschwiegen, daß eine optimale Mundhygiene vorherrschen muß. Auch die regelmäßige Nachsorge von Implantatpatienten, der sogenannte "Recall" ist eine reine Privatleistung und verursacht Folgekosten solange die Implantate funktionstüchtig sind die die gesetzliche Krankenversicherung nicht übernimmt. Auch das sollten Sie wissen!

Eine solche mangelhafte Mundhygiene wie das obige Bild zeigt, führt schnell zum Verlust der Implantate. Die Pfeiler sind massenhaft mit Plaqueansammlungen und Zahnstein überzogen. Ein Problem gerade bei älteren Patienten deren manuelle Geschicklichkeit nachgelassen hat und die notwendige Kontrolltermine nicht mehr wahrnehmen.

Spezielle Mundhygienemittel, wie Einbüschelbürsten und Spezialzahnseide (Superfloss®), sind für die Implantatpflege unerläßlich und erhalten diese aufwendige Versorgungsform.

Wie funktioniert das Implantieren?

Unter örtlicher Betäubung werden das Zahnfleisch und die Knochenhaut an der Stelle des Kiefers eröffnet, in die das Implantat eingefügt werden soll. Nun wird genau in der Größe des ausgewählten Implantates eine Bohrung in den Kieferknochen gesetzt und das Implantat in diesem Bohrloch versenkt. Danach werden Knochenhaut und Zahnfleisch wieder zugeklappt und alles vernäht. In den nächsten 3 - 6 Monaten heilt das Implantat im Knochen ein und bildet eine stabile Verbindung mit ihm. Während dieser Einheilphase darf es nicht belastet werden. Spezielle Implantatsysteme erlauben heute schon die unmittelbare Belastung. Der Heilungsprozeß wird während der regelmäßigen Kontrolluntersuchungen laufend überprüft. Nach Abschluß der Einheilung beginnt der Aufbau des Zahnersatzes beispielsweise als Krone, Brücke oder herausnehmbare Prothese. Das Implantat ist nun nahezu genauso belastbar wie ein eigener Zahn.

 
Fallbeispiele
Hier sehen Sie drei von vielen möglichen Lösungen zur festsitzenden Versorgung mit Implantaten.

1. Fall:
Zwei Implantate im Oberkieferseitenzahnbereich ersetzen die fehlenden Zähne

Die Implantatpfosten und die eingesetzte Suprakonstruktion

2. Fall:
Ober- und Unterkiefer sind komplett unbezahnt. Die Prothesen werden durch Implantate fest auf ihrem Lager gehalten
Der Oberkiefer trägt 4 Implantate mit einem Steg, der Unterkiefer ist ebenso versorgt
Die Halteelemente wurden in die Ober-, bzw. Unterkieferprothese eingearbeitet
Festes Kauen ist auch mit unbezahnten Kiefern möglich

3. Fall:
Zwei Frontzähne im Oberkiefer wurden durch Implantate ersetzt

Eine gelungene Lösung. Die Nachbarzähne werden geschont, sodaß kein Beschleifen für eine Brückenversorgung notwendig wurde.
 
Welche Kontraindikationen bestehen bei Implantaten?

Die Kontraindikationen müssen, wie bei jeder zahnärztlichen Untersuchung, individuell erkannt werden. Im allgemeinen gibt es gewisse Gegenanzeigen, bei deren Vorliegen eine Implantatversorgung in der Regel nicht angezeigt ist.

Dazu zählen unter anderem:
  • anatomisch ungünstige Kieferverhältnisse
  • akute entzündliche Erkrankungen und Infektionen
  • Schwangerschaft
  • Alkohol- und Drogenabusus
  • schlechte Mundhygiene
  • Patienten mit Neurosen oder Psychosen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Knochenstoffwechselstörungen
  • Hämatologische Erkrankungen
  • schlechte Mitarbeit im Rahmen der Nachsorge und Einsicht für stete Prophylaxe bei Patienten

...und die Risiken bei Implantaten?

Eine implantologische Rehabilitation umfaßt zahlreiche Behandlungsabschnitte. Sie beginnt mit der Patientenauswahl und der präoperativen Diagnostik. Es folgt die chirurgische Implantatinsertion und die sich daran anschließende Heilungsperiode. Nach Implantateröffnung (bei zweizeitigen Systemen) und Fixierung der prothetischen Aufbauten erfolgt die prothetische Behandlung. Den Abschluß bildet eine über viele Jahre sich fortsetzende Nachsorge. Zu jedem Zeitpunkt dieser Behandlung können Probleme und Komplikationen auftreten.

 
Folgende Risiken oder Komplikationen können auftreten :
  • Nervenverletzungen
  • Knochenperforationen bei sehr ungünstigen anatomischen Lageverhältnissen
  • Implantatlockerung
  • chronische Schmerzen, z.B. bei zu großer Nähe des Implantates zu Hauptnerven
  • permanente Schleimhautirritationen bei extrem atrophierten (zurückgebildeten) zahnlosen Kiefern
  • Schleimhautrezessionen bei ungünstigen funktionellen Belastungen
  • Infektionen
  • verzögerte Einheilung
  • Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber dem eingesetzten Material

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer möglicher Risiken und Komplikationen, die aber allesamt sehr selten sind und nur in extremen Ausnahmefällen auftreten können.

 
Gibt es Altersgrenzen für ein Implantat?

Den altersmäßige Grenzbereich in dem noch eine Implantation stattfinden kann, haben viele Fachleute in der einschlägigen Literatur angegeben. Er wird eindeutig durch das biologische Alter, nicht durch das kalendarische (chronologische) Alter bestimmt. Es sollte jedoch zum Zeitpunkt der Implantation von einer Mindestlebenserwartung von weiteren 5 Jahren ausgegangen werden können. Schwierigkeiten bereitet bis heute die Frage ab wann frühestens implantologische Maßnahmen durchgeführt werden sollten. Viele Experten warnen vor einer Implantation bevor nicht das knöcherne Wachstum des Gesichtsschädels vollständig abgeschlossen ist. Dieser Wachstumsabschluß wird erst nach dem 20. Lebensjahr angesetzt.

 
Was kostet Zahnersatz mit Implantaten?

Die Versorgung mit Implantaten ist eine sehr aufwendige und besonders anspruchsvolle zahnärztliche Tätigkeit. Sie ist im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung nicht enthalten und wird daher rein privat liquidiert. Je nach Art, Umfang und Schwierigkeit des Einzelfalles ergeben sich die entsprechenden Kosten. Jeder Patientenfall ist einzigartig und speziell und so müssen auch alle Kosten individuell für den jeweiligen Einzelfall berechnet werden.

 
Wo kann ich noch weitere Informationen finden?

Weitere Informationen allgemeiner Art finden Sie unter der unten angegebenen Webadresse. Klicken Sie einfach auf das Logo. Beachten Sie bitte, das diese Informationen einen ausführlichen Zahnarztbesuch nicht ersetzen können. Wenden Sie sich zu diesem Zweck bitte direkt an Ihren Behandler.

www.implantate.com

Anmerkung:
Die von den Anbietern auf den durch den oben angegebenen Link erreichbaren Internetseiten vermittelten Ansichten, Überzeugungen und Inhalte zeigen in keiner Weise die Ansichten und Überzeugungen der Zahnarztpraxis Michael Stoppa. Die Zahnarztpraxis Michael Stoppa ist für die dort aufgeführten und angebotenen Informationsinhalte in keiner Weise verantwortlich und distanziert sich somit ausdrücklich von den dort präsentierten Informationsinhalten.